Pressestimmen

18 Sänger stellen ihre Stimmgewalt unter Beweis

 

Das "Reger Vokal Ensemble Ulm" unter der Leitung von Andreas Weil sang ehrenamtilich für die Finazierung der Sanierung des Stiftskricendachs in Horb und brachte mit seinem Passionskonzert einen echten Ohrenschmaus in die Stiftskirche.

Alexandra Feinler, Schwarzwälder Bote am 03.04.2017

 

"Das ist in Horb schon etwas Besonderes", freute sich Werner Gaus, einen ehemaligen Musikschüler und sein "Reger Vokal Ensemble Ulm" am Samstag in der Horber Stiftskirche begrüßen zu können.

Der Chor gab unter der Leitung von Andreas Weil ein Passionskonzert – als Benefizkonzert. Der Erlös kommt der Sanierung des Stiftskirchendaches in Horb zugute. Außerdem hörten die Besucher Stücke, die sonst selten in der Horber Kirche aufgeführt werden. Mit Felix Mendelssohn-Bartholdys "Aus tiefer Not schrei ich zu dir" zeigten die 18 Sänger ihre Stimmgewalt. Stifts­kir­chen­or­ga­nist Rein­hard Kluth spielte bei der mehr­sät­zi­gen Chor­al­mo­tet­te die Or­gel­. Die Stimmen schwangen durch das Kirchenschiff und hüllten die Besucher ein. Mit der Vielstimmigkeit und gleichzeitig den Tenor-Solos überraschten sie die Zuschauer, die sichtlich beeindruckt waren.

Mit dem gebürtigen Bittelbronner Andreas Weil wurde ein Experte gefunden, denn er war jahrelang nebenberuflich Kirchenmusiker in Salzstetten und studierte später in Rottenburg an der Kirchenmusikschule. Nach Abschluss studierte er noch zwei Jahre an der Musikhochschule in Stuttgart, um dort das Kirchenmusik-A-Examen abzulegen. Von 1997 bis 2000 besuchte Andreas Weil Kurse bei bekannten Musikern, um sich in der Improvisation an der Orgel und in der Chorleitung weiterzubilden.

Seit 1995 ist Andreas Weil nun als Dekanatskirchenmusiker in Ulm angestellt, wo er neben seinen kirchenmusikalischen Verpflichtungen als Organist und Chorleiter verschiedene weitere Chöre gründete, eine Konzertreihe ins Leben rief und sich um die Weiterbildung der nebenamtlichen Musiker des Dekanats kümmert. 1997 bekam er den begehrten Preis des Improvisationswettbewerbs des Südwestrundfunks. Daher wunderte es die Horber Gäste nicht, dass er sowohl als Chorleiter, aber auch als Organist alle in seinen Bann ziehen konnte.

Auf sein eigen komponiertes "Ubi Caritas" nahm er den Weg durch die Stiftskirche auf sich, um an der Orgel Johann Sebastian Bachs Werke wie "Fantasie C-Moll", "O Mensch, bewein dein Sünde groß" und "Fuge C-Moll" umzusetzen. Leichte Beschwinglichkeit, aber nachdenklich stimmende Akkorde schwangen mit, sodass die Zuhörer die Vielfalt zu spüren bekamen. Der Chor machte seinem Namen alle Ehre und brachte Max Reger "Es sungen drei Engel", "Da Jesus in den Garten ging" und "O Lamm Gottes, unschuldig" zum Besten. Weitere Werke von Heinrich Schütz, Anton Bruckner und Francis Poulenc folgten. Dabei schienen die 18 Sänger und ihr Chorleiter ihr ganzes Herz einzubringen, denn Überzeugungskraft schwang in den Stimmen mit, dass es sich dabei nicht einfach nur um "ein zusammengestelltes Repertoire" handle.

Mit größter Sorgfalt wurden die Lieder aufeinander abgestimmt und fügten sich zu einer Reise durch die Jahrhunderte der kirchlichen, aber auch weltlichen Musik zusammen. Viel Applaus erhielten die ehrenamtlichen Sänger, die alle Zuhörer auf die Passionszeit eingestimmt hatten. Und auch die von Konrad als "Königin der Instrumente" beschriebene Orgel hatte ihr Übriges dazu getan, weshalb die Besucher von einem gelungenen Passionskonzert schwärmten – bei dem so mancher ein Wiedersehen mit dem ehemaligen Lokalprominenten Andreas Weil feierte, der weit über die Region und in der Kirchenmusik stark bekannt ist. Somit war es ein gelungenes Spendenkonzert zu Gunsten des Stiftskirchendaches.

Unter die Haut

 

Der Reger-Zyklus bietet einen weiteren stimmungsvollen und intensiven Abend.

Burkhard Schäfer, Südwest Presse am 26.10.2016

 

Den intensivsten Moment des Konzerts bescherte vielleicht die Zugabe: „Die Nacht ist kommen, / Drin wir ruhen sollen; / Gott walt‘s, zum Frommen / Nach sein‘m Wohlgefallen, / Daß wir uns legen / In sein‘m G‘leit und Segen, / Der Ruh‘ zu pflegen.“ So beginnt das „Nachtlied“ op. 138 Nr. 3 von Max Reger nach einem Text von Petrus Herbert, mit dem am Sonntag in der Martin-Luther-Kirche das vorletzte Konzert des „Reger-Zyklus 2016“ zu Ende ging.

Vorausgegangen war diesem nächtlich-frommen Abschiedsgruß ein musikalischer Abend, wie er kaum stimmungsvoller hätte sein können. „Halleluja! Gott zu loben, bleibe meine Seelenfreud‘“ war das Programm überschrieben, und dazu eingeladen hatten das Reger Vokal Ensemble unter Andreas Weil, das von Verena Schwarz geleitete Vocal-Ensemble Hochwang sowie der Organist und ehemalige Münsterkantor Friedrich Fröschle.

Vier Stücke von Reger und ein Orgelwerk von Bach, die Passacaglia in c-Moll, standen auf dem Programm, durch das Karin Kiehlneker und Andreas Weil die Zuhörer führten. Fröschle eröffnete den Abend mit Regers d-Moll-Toccata op. 59,5. Dann hatten die beiden Gesangsensembles das Wort, die zuerst „Mein Odem ist schwach“ und anschließend, nach dem Passacaglia-Intermezzo, „O Tod, wie bitter bist du“ intonierten. Diese beiden Reger-Motetten zählen gewiss zum Schönsten, aber auch zum Schwierigsten, was in der Tradition dieses Genres geschrieben wurde. Das klingende Ergebnis ging den Zuhörern in der Martin-Luther-Kirche mächtig unter die Haut, zumal die äußerst kunstvolle Polyphonie der Motetten perfekt ins Werk gesetzt wurde. Regers Choralphantasie „Halleluja! Gott zu loben“, die Fröschle zum guten Schluss auf der Orgel erstrahlen ließ, krönte den Abend.

Auftaktveranstaltung zum Reger-Zyklus Ulm am 10. Mai 2016

 

Stimmungsvolle und überwältigende Regerkonzerte

Burkhard Schäfer, Südwest Presse am 13.05.2016

 

Annäherungen in Bild, Wort und vor allem Klang an einen großen Komponisten: Das  ermöglicht Andreas Weils  „Reger Zyklus 2016“.

Falls Max Reger in den letzten Tagen vom Himmel herabgeschaut hat, wäre er sicherlich glücklich darüber, was die Ulmer – genauer: das Reger Vokal Ensemble und sein Leiter Andreas Weil – in den letzten Tagen für ihn getan haben. Vor 100 Jahren ist Reger an Herzversagen in Folge chronischer Überarbeitung gestorben.

Inwiefern die Arbeit tatsächlich sein Leben bestimmte, davon können sich die Besucher im Haus der Begegnung ein Bild machen. Schautafeln vermitteln (bis 12. Juni) einen starken Eindruck von der Vita des sanften Riesen, der in vielen Bereichen maßlos war: 50 Zigarren rauchte er mitunter an zwei Tagen. Auch der Zeitgenosse, Komponist und Familienvater Reger wird gewürdigt, sodass der Rundgang kurzweilig und lehrreich ist.

Die Besucher des ersten „Reger-Zyklus-2016“-Abends hätten sich kaum besser auf das Konzert mit dem Reger Vokal Ensemble einstimmen können. Eröffnet wurde es von „Der Mensch lebt und besteht nur eine kleine Zeit“, dem Lied aus seinen „Acht geistlichen Gesängen“ op. 138, das aufgeschlagen dalag, als man Reger tot in seinem Hotelbett fand. Der Gedanke an den Tod begleitete ihn sein Leben lang, das machten Karin Kiehlneker und  Andreas Weil deutlich, die kundig durch den Abend führten, indem sie Lebensstationen beleuchteten und aus Briefen des Vielschreibers zitierten.

Weiter ging es mit „Es waren zwei Königskinder“ und „Ich hab die Nacht geträumet“, zwei gar nicht so schlichte Volksweisen, die vom Ensemble so stimmungsvoll dargeboten wurden wie die beiden ersten Lieder  aus Regers Opus 39. Mit dem berühmten „Nachtlied“ wurden die Besucher entlassen.

Einige von ihnen waren am darauffolgenden Abend erneut da, als das nächste Konzert des Reger-Zyklus, nun in der Pauluskirche, anstand,  wieder mit Weil, nun als Organist und Rezitator. Dabei wurde er abermals von Karin Kiehlneker unterstützt. Weil begann den Abend (laut)stark mit der Introduktion und Passacaglia aus Regers erstem „Elefantenwerk“ für Orgel, der Suite op. 16. Dann übergab  er den Stab an Anne Kruwinnus (Alt) und Astrid Penkert (Klavier), die drei Lieder makellos interpretierten, bevor die Orgel drei der Zwölf Stücke op. 80 hören ließ. Noch einmal drei Lieder – dann präsentierte Weil mit Regers letztem großen Orgelwerk, der „Fantasie und Fuge“ d-Moll, op. 135b den Höhepunkt des Abends. Allein die ersten Takte dieser überwältigenden, herrlich gespielten Musik sichern ihrem genialen Schöpfer einen ewigen Platz neben seinem verehrten Johann Sebastian Bach.

Auftaktveranstaltung zum Reger-Zyklus Ulm am 10. Mai 2016

 

Nachtlieder eines lange verkannten Genies

Roland Mayer, Neu-Ulmer Zeitung am 13.05.2016

 

Andreas Weil eröffnet mit seinem Vokalensemble den Max-Reger-Zyklus der Ulmer Kantoreien.

Die Schlussakkorde aus den geistlichen Gesängen verströmen stille Intensität. Im Chorraum der ehemaligen Dreifaltigkeitskirche sprudelt bei der schlichten Melodik der Volksweisen die Stimmführung. Und der, um den es im lang gezogenen Ulmer Zyklus geht, ist in Ton, Wort und Bild allgegenwärtig: Max Reger. Zu seinem 100. Todesjahr widmet ihm der Ökumenische Kantorenkonvent Ulm und Neu-Ulm bis 11. Dezember einen klingenden Gedenkreigen. Der Auftakt mit Andreas Weils „Reger Vokal Ensemble“ lockte viel Publikum ins Haus der Begegnung.

Beim ebenso tief bewegenden wie Anekdoten gespickten Vortragskonzert wandelte Chorleiter Weil zwischen den Musikteilen auf den biografischen Pfaden dieser zwei Dutzend Schautafeln der zwei Stunden zuvor im Foyer eröffneten Ausstellung. Die bündige Wort-Klang-Mischung destilliert das Leben eines „Akkordarbeiters“, der anfangs von der Presse regelrecht zerrissen wurde. „Ich sitze im kleinsten Raum der Wohnung. Jetzt habe ich die Kritik vor mir, bald werde ich sie hinter mir haben.“ Den 1873 im Fichtelgebirge geborenen Komponisten, Organisten, Pianisten und Dirigenten lobte Tondichter-Kollege Jean Sibelius als „großen Künstler“. Strawinsky empfand ihn demgegenüber „abstoßend wie seine Musik“. In ihrer Schichtenmalerei kristallisiert sich auf dem großen Vorbild Bach eine Brücke von der Spätromantik zur aufbrechenden Moderne heraus, die sich jedoch nicht zur Zwölftonmusik spannt. Der Workaholic hinterließ ein riesiges Werk, darunter 250 Vokalschöpfungen.

Reger, der Katholik mit dem Faible für protestantische Bach-Choräle, war Kriegsablehner und hochsensibler Eigenbrötler, der die Witze liebte wie seinen Tabakqualm. Er brachte es schon mal auf eine Kiste Zigarren in zwei Tagen. Am 11. Mai 1916 starb der erst 43-Jährige in Leipzig an Herzversagen inmitten der Korrekturfahnen seiner „Geistlichen Gesänge“ op. 138. Aufgeschlagen war die Seite mit „Der Mensch lebt und bestehet/Nur eine kleine Zeit.“

Mit diesen Strophen beginnt das gemischte „Reger Vokal Ensemble“ seinen eindringlichen, doppelchörigen A-cappella-Reigen, der nach fast zwei Stunden mit der schlicht funkelnden Dynamik des „Nachtlieds“ den interpretatorischen Bogen schließt. Dazwischen bringt Weil anspruchsvoll harmonisierte, literarische Volksweisen (Darunter die „Zwei Königskinder“) zum Klingen. Bei den beiden Chorsätzen aus op. 39 zieht das Ensemble auch im chromatischen Fächerschmelz des „Abendlieds“ an einem Strang. Am Ende: großer Applaus.

Zum Passionskonzert am 06.03.2016

 

Reger-Ensemble: Schöne Stimmen und viel Ausdruck

Gottfried Lothar, Südwest Presse am 08.03.2016

 

Ein Eindrucksvolles Konzert hat am Sonntag das Reger Vokal Ensemble in St. Michael zu den Wengen gegeben.

Unter der Leitung von Kantor Andreas Weil sang der Chor drei höchst unterschiedliche Werke, die jedoch alle der Passionszeit zuzurechnen waren. Das Ensemble überzeugte dabei mit herrlichem Stimmklang und intensivem Ausdruck. Trotz der geringen Anzahl der Singenden (sechs Soprane, vier Alte, vier Tenöre, drei Bässe) füllten die schön geführten Stimmen den leider etwas zu leeren Kirchenraum bestens aus und ließen kaum Wünsche offen.

Die Motette op. 23, Nr. 1 "Aus tiefer Not schrei ich zu dir" von Felix Mendelssohn-Bartholdy basiert auf dem gleichnamigen Luther-Choral bzw. Psalm 130 und zeigt

in ihren fünf Strophen auf beeindruckende Weise, wie der damals erst 21-jährige Komponist den Weg aus großer Verzweiflung hin zum erlösenden guten Hirten musikalisch auszuformen wusste. Dem Ensemble gelang eine ebenso aufwühlende

wie gültige Interpretation.

Ein Gedicht von Emanuel Geibel diente Max Reger, dessen Todestag sich heuer zum 100. Mal jährt, als Grundlage für sein Stück "Palmsonntagmorgen". Der fünfstimmige Chor stieg sich chromatisch windend aus der Tiefe, bevor abschließende Fugen die aufgeregte Stimmung vom Einzug in Jerusalem verdeutlichten.

Zum Abschluss des Passionskonzerts erklang "Via crucis" von Franz Liszt. Hier vereinten sich das Reger Vokal Ensemble, Bariton Thomas Müller und Joseph Kelemen an der Orgel in einem unbekannten, spröden und doch sehr bewegenden Werk. Gregorianische Choräle standen protestantischen gegenüber, Bachzitate wechselten mit fast schon atonalen Klängen, dramatische Chorunisoni wandelten sich in terzenselige Frauenchor-Passagen, und oftmals spielte nur die Orgel. Dieses gut 40-minütige Stück bildete den trefflichen Abschluss eines nachdenkenswerten Konzertes.

Bänkellieder und Chansons am 18.10.2014

 

Schmerz und Tränen, Süße und Erlösung

Verena Westphal, Südwest Presse am 20.10.2014

 

Das Reger Vokalensemble hat sich zum Ziel gesetzt, anspruchsvolle a-capella Chorliteratur von den Anfängen der Polyphonie bis zum 21. Jahrhundert aufzuführen. Am Samstag ging es auf den ersten Blick um Tränen und Leid, um Todesschmerz und Qualen, doch schnell war der Übergang hergestellt zu Bänkelliedern und Chansons, zu sensationslüsterner Berichterstattung von Morden und Schandtaten. Das Leben war bunt zu allen Zeiten, und nirgendwo können Emotionen besser transportiert werden als über Musik. Das gilt für alle Epochen, und so gelang die Gegenüberstellung von Arnold Schönberg(1874-1951) und Carlo Gesualdo da Venosa, (1566-1613), einem kühnen Chromatiker seiner Zeit, recht eindrucksvoll.

Unter dem differenzierten Dirigat von Andreas Weil erklangen Madrigale von Gesualdo mit unglaublichen Dissonanzen und Titeln wie "schönes Engelchen" oder "Moro e lasso", einem Stück, in dem der Chor die Schmerzlaute nahezu spürbar übermittelte. Diesen gewagten Klängen begegnete Nieneke Hamann (Trossingen) am Klavier mit Musik von Arnold Schönberg. Aus Klavierstück op. 11, Nr. 1-5 entwarf sie musikalische Bilder, die frei von traditionellen Hörgewohnheiten waren, kurze, musikalische Aphorismen.

Spielerisch und mit dem Humor der Verfremdung interpretierte Nieneke Hamann am Klavier französische Tänze von Francis Poulenc. Mit dem Zyklus "Lob der Träne" lässt Ernst Pepping (1901-1981) sein Publikum in die Welt der Balladen und Bänkellieder eintauchen, die Texte übermitteln Mord und Gräueltaten, und die Musik lässt das Blut geradezu in schauerlicher Rhythmisierung tropfen.

Sehnsüchtig und lebendig nochmal ein Stück für Piano von Enrique Granados "Klagen oder: Das Mädchen und die Nachtigall", und zum Abschluss gab es von Johannes Brahms Vier Quartette op. 92. Mit Süße sang der Chor "O schöne Nacht" und zeigte stimmliche Fülle und musikalische Wachheit. In "Spätherbst" legte sich schon wieder ein melancholischer Schleier über die Musik, und das "Abendlied" wiegte den Zuhörer in einen erlösenden Schlaf. Mit der großen Sinnfrage des Lebens in "Warum" ging das schön zusammengestellte Konzert zu Ende.

Zum Benefizkonzert zu Gunsten des Klosters im Herzen der Stadt am 14..2016

 

Unter einem guten Stern

Burkhard Schäfer, Südwest Presse am 14.05.2014

 

Das Reger Vokal Ensemble sang in der Wengenkirche ein zu Herzen gehendes Benefizkonert - zugunsten des Klosters im Herzen der Stadt.

"Deus in adiutorium meum intende" - "Gott, komm herbei, um mich zu retten" intonierten die Sängerinnen und Sänger des Reger Vokal Ensembles unter der Leitung ihres Dekanatskantors Andreas Weil zu Beginn des Benefizkonzerts - und als hätte der Allmächtige es erhört, schickte die untergehende Sonne am Samstag ihre Lichtstrahlen genau so durch ein Kirchenfenster, dass sich die bunte Lichttafel exakt auf das Kreuz im Schiff der Wengenkirche legte. Doch auch ohne diese Himmels-"Zeichen" stand das Konzert unter einem guten Stern. Denn nicht nur das stimmlich bestens disponierte Reger Vokal Ensemble überzeugte von Beginn an, auch die Programmauswahl - mit Werken von der Renaissance bis in die Gegenwart - und das dramaturgische Konzept stimmten.

Das war nicht zuletzt der ausgezeichneten Rezitatorin Dorothea Grathwohl zu verdanken, die den Gesangspartien das gesprochene Wort zur Seite stellte. Sie hatte dafür Texte unter anderem von Franz Alt (zur Politik der Bergpredigt aus "Frieden ist möglich"), Heinrich Böll (aus "Billard um halb zehn") und Hermann Hesse (Beginn des Romans "Narziß und Goldmund") ausgewählt und erzielte damit ganz unterschiedliche Effekte.

Die radikal pazifistische "Predigt" von Franz Alt gemahnte daran, dass Frieden nicht nur Nicht-Krieg, sondern vielmehr eine an den Werten der Bergpredigt orientierte aktive "Handlung" sein müsse (und vertiefte damit die Botschaft von Benjamin Brittens gegen Ende des Zweiten Weltkriegs entstandene Psalmenvertonung, mit der das Konzert begann). Und die Wortmagie von Hesses Romanbeginn, dem bereits Thomas Mann "große sprachliche Schönheit" assistierte, sprach buchstäblich für sich selbst.

Und erst die Musik! Die feierliche Misterioso-Stimmung von Anton Bruckners Motette "Tota pulchra es Maria" traf das Ensemble genauso intonationssicher und zu Herzen gehend wie die moderne Romantik von Paul Damjakobs Komposition "Abend wird es wieder", die in der Wengenkirche ihre Uraufführung erlebte. Mit der Innigkeit des Abendlieds "Nun ruhen alle Wälder" von Johann Sebastian Bach nach dem berühmten Text von Paul Gernhardt endete der denkwürdige Konzertabend.

Aktuelles

18.11.2018, 20.15 Uhr, Wengenkirche

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